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Hinter den Kulissen

Medieneinsatz im Unterricht

Das Urheberrecht wurde eingeführt, um eine angemessene Entlohnung der Urheber sicherzustellen. Deshalb muss für die Nutzung geistigen Eigentums grundsätzlich bezahlt und/oder die Einwilligung des Rechteinhabers eingeholt werden. Für den privaten Gebrauch und sonstige eigene Nutzung gibt es jedoch Ausnahmen. 

 

Lehrer als Privatpersonen

Erlaubt ist nach § 53 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) die Vervielfältigung eines Werkes zum privaten Gebrauch, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dient und wenn dazu kein Kopierschutz umgangen wird und es sich nicht um eine offensichtlich rechtswidrige oder öffentlich zugänglich gemachte Quelle handelt. Bei Software darf eine Sicherungskopie angefertigt werden. Öffentliche Vorträge, Aufführungen oder Vorführungen eines Werkes dürfen nur aufgenommen und Pläne und Entwürfe zu Werken der bildenden Kunst nur kopiert werden, wenn die Einwilligung des Berechtigten vorliegt. Gleiches gilt für das vollständige Kopieren von Büchern und Zeitschriften. Noten dürfen generell nicht kopiert werden.

 

Zwar räumt § 53 UrhG auch die Vervielfältigung von kleinen Teilen eines Werkes oder von einzelnen Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen zur Veranschaulichung des Unterrichts in Schulen in der für die Unterrichtsteilnehmer erforderlichen Anzahl ein. Das kostenfreie Kopieren würde damit indes enden, da die Lehrtätigkeit Erwerbszwecken dient. Allerdings gibt es für Schulen weitere Ausnahmen. 

 

Lehrer als Lehrkräfte an Schulen

Neben der genannten Vervielfältigung von kleinen Teilen eines Werkes oder von einzelnen Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen, gibt es für die Nutzung in Schulen weitere Regelungen, die eine kostenfreie Vervielfältigung ermöglichen. Demnach dürfen... 

  • ...Schulfunk- und Schulfernsehsendungen (und andere Sendungen, die von den Sendeanstalten zum generellen Mitschnitt freigegeben sind) aufgezeichnet und im nicht-öffentlichen Unterricht genutzt werden (§ 47 UrhG).
  • ...öffentliche Reden, die bei öffentlichen Veranstaltungen vor staatlichen, kommunalen oder kirchlichen Organen gehalten oder durch Presse, Funk und Fernsehen verbreitet worden sind, aufgezeichnet und im Unterricht an Schulen eingesetzt werden (§48 UrhG). 
  • ...einzelne Zeitungsartikel und Rundfunkkommentare vervielfältigt und verbreitet werden, wenn sie politische, wirtschaftliche oder religiöse Tagesfragen betreffen und nicht mit einem Vorbehalt der Rechte versehen sind. 

Der Rechtevorbehalt ist u.a. daran ersichtlich, dass die Beiträge namentlich gekennzeichnet sind bzw. Autoren und Mitwirkende genannt werden (z.B. durch Kürzel bei Pressetexten, die Ansage im Radio oder Textbänder, die durchs TV-Bild laufen) – das ist fast immer der Fall und selbst wenn kein solcher Hinweis erfolgt, empfiehlt sich als Faustregel, solange von einem konventionellen Urheberrecht auszugehen soweit keine anderen Angaben gemacht werden (z.B. alternative Lizenzen).

 

Immer erlaubt ist der Unterrichtseinsatz von Medien im Verleih der kommunalen Medienzentren und von Medien, die von der Schule zusammen mit der entsprechenden Lizenz zum Unterrichtseinsatz erworben worden sind. Die Vervielfältigung von für den Unterrichtsgebrauch bestimmten Werken (z.B. Schulbüchern), ist nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig. Die Kultusministerkonferenzen bemühen sich jedoch, von den Schulbuchverlagen eine Lizenz für Schulen zu bekommen.

 

Nach überwiegender Rechtsauffassung von Urheberrechtlern und Vertretern des Bundesministeriums für Justiz dürfen Lehrkräfte auch privat erworbene Originale sowie legal entliehene Original-Medien (z.B. aus Videotheken oder Bücherhallen) im nicht-öffentlichen Schulunterricht einsetzen. Nicht erlaubt hingegen ist der Unterrichtseinsatz anderer privater Mitschnitte aus Rundfunk und Fernsehen (z.B. Spielfilme, TV-Serien, Dokumentationen), da hier nach dem Gesetz nicht mehr von einem privaten Gebrauch ausgegangen werden kann.

 

Eine Rückversicherung ist geboten, wenn der Einsatz in der Schule einer öffentlichen Zugänglichmachung nahe kommt, so z.B. bei Ausstellungen oder Schulfesten.

 

Für ergänzende Informationen haben wir unter der Rubrik Links weitere Quellen aufgeführt.


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